Generalleutnant a.D. Knappe an „Lachen-Helfen“-Spitze gewählt

Einige Gesichter sind neu, doch der bewährte Erfolgskurs von Lachen Helfen e.V. wird fortgesetzt: Generalleutnant a.D. Jürgen Knappe ist bei der 24. ordentlichen Mitgliederversammlung am 30. April 2022 im Mobilmachungsstützpunkt Düsseldorf einstimmig und unter großem Beifall der rund 50 Teilnehmer zum Nachfolger von Oberstleutnant d.R. Roderich Thien gewählt worden. Lachen Helfen e.V. ist eine lnitiative von Soldaten und Polizeibeamten speziell für Not leidende Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.

An Knappes Seite bilden künftig Brigadegeneral Markus Kurczyk und Hauptmann a.D. Peter Olf (beide Stv. Vorsitzende) mit Major Kathrin Mayr (Schatzmeisterin) den neuen geschäftsführenden Vorstand, ergänzt durch Roderich Thien als weiterer stellvertretender Vorsitzender, der zu aller Freude seine jahrzehntelangen Erfahrungen auch in Zukunft einbringen wird, und Oberstleutnant d.R. Hans-Hermann Tirre, Polizeipräsident a.D., der im Amt bestätigt wurde. Übersetzt in militärische Dienstgradabzeichen heißt das: „Lachen Helfen“ steht nicht nur traditionell unter einem guten Stern, sondern künftig auch unter vier goldenen und acht silbernen.

Jürgen Knappe, der 1977 in die Bundeswehr eingetreten ist, war zuletzt Befehlshaber im Multinationen Kommando Operative Führung und Commander des Joint Support and Enabling Command der NATO in Ulm. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Markus Kurczyk ist Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern der Bundeswehr. Der gebürtige Ludwigshafener war 1983 in die Luftwaffe eingetreten.

Die beiden Neuen an der Vorstandsspitze kennen „Lachen Helfen“ auch durch ihre Unterstützungsleistungen für den Verein in Auslandseinsätzen. Knappe war von Juli 2010 bis Januar 2011 stellvertretender Kommandeur des Deutschen Einsatzkontingents ISAF in Afghanistan und Stellvertretender Stabschef (DCOS) Support im Regionalkommando Nord in Mazar-e-Sharif, Kurzcyk gleich dreimal im Afghanistan-Einsatz. Unter anderem wurde er mit der High State Medal of Ghazi Mir Masjidi Khan des afghanischen Präsidenten ausgezeichnet, der US-Präsident verlieh ihm den Orden „The Legion of Merit“.

Die Vorstandswahlen verliefen – typisch „Lachen Helfen“ – erneut harmonisch und schnell. Die Hilfe für die Kinder in Kriegs- und Krisengebieten sollten schnell wieder im Mittelpunkt stehen. Doch zunächst musste Roderich Thien, der den Verein 21 Jahre lang nicht nur als populäre Galionsfigur, sondern auch als nimmermüder Macher geführt hat, zahlreiche Ehrungen entgegennehmen. Sie reichten von einem Gemälde über einen Kuchen mit Lachen-Helfen-Teddy Benni bis zu einem Videofilm mit zahlreichen weiteren Gratulanten, die nicht vor Ort sein konnten. Darunter war neben dem Stellvertretenden Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ansgar Rieks, auch der Spiegel-Bestseller-Autor Tim Pröse, der einst den Deutsch-Leistungskurs bei Oberstudienrat Roderich Thien am Essener Leibniz-Gymnasium belegt hatte. Pröses Schlusssatz: „Du bist mein Steiger, lebenslang, Glück auf!“ Hinter einem starken Mann steht bekanntlich meist eine starke Frau: Isabella Thien wurde dafür mit einem großen Blumenstrauß und ebenfalls viel Beifall gedankt.

Roderich Thien wird den Vortrag des scheidenden Schatzmeistes Kai Grieger gern gehört haben: „Dem Verein geht es gut, wir können viele weitere Projekte realisieren.“ 2022 ist die Ausschüttung von bis zu 150.000 Euro beabsichtigt. Nicole Koppenborg, Kriminalhauptkommissarin aus Oberhausen, berichtete über den Ausbau des Waisenhauses „Nelson Mandela“ in Mali. Mit finanzieller Hilfe von „Lachen Helfen“ wurden von örtlichen Handwerkern Bettchen angefertigt, die Polizistin beschaffte Matratzen, einen Kühlschrank, Windeln, Milchpulver, Medikamente und Schulhefte. „Es fehlten die einfachsten Dinge. Ich bin selbst Mama, das tut mir selber weh“, sagte Koppenborg zu ihren Erlebnissen in dem westafrikanischen Land.  Deshalb packten die Polizeibeamten, unterstützt von der Bundeswehr, tüchtig mit an, Zahnbürsten brachte Nicole Koppenborg aus Deutschland mit. Jetzt haben 50 bis 60 Kinder, darunter auch Säuglinge, ein sicheres und sauberes Zuhause gefunden. „Es ist beindruckend, wie unglaublich dankbar die Menschen in diesem armen Land für das Kleinste sind, was man ihnen entgegenbringt.“

Unter dem Motto „Damit Frieden Zukunft hat“ finden sich unter dem Dach von Lachen Helfen e.V. viele Freunde, Helfer und insbesondere Sponsoren bereit, die humanistischen Ziele dieses gemeinnützigen Vereins zu fördern. „Lachen Helfen“ hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Hilfsorganisationen: Seine Repräsentanten kommen als Soldaten oder Polizeibeamte auch an Orte, die für zivile Helfer zu gefährlich oder zu abgelegen sind. Außerdem können sie unmittelbar und über einen langen Zeitraum die Planung, Umsetzung und Fertigstellung von Baumaßnahmen begleiten, so dass kein gespendeter Euro in dunklen Kanälen versickern kann.

Kriminaldirektor a.D. Uwe Mainz berichtete über die außerplanmäßige Hilfe für die Ukraine. Über die gemeinsam mit dem Rotary Club Neandertal ermöglichte Ferienanlage auf der Halbinsel vor Odessa für elternlose Straßenkinder hatten sich enge persönliche Kontakte ergeben, über die jetzt vielfältige Unterstützung über Decken und Verbandsmaterial bis zu einem Kleinbus auch für Flüchtlingstransporte geleistet wird. „Jetzt müssen unsere Gesprächspartner, die wir kürzlich in Odessa besucht haben, um ihr Leben bangen. Da tut die uneigennützige Hilfe vieler Spender gut.“

 

zu den Fotos:

Ein über viele Jahre vertrautes Bild: Oberstleutnant d.R. Roderich Thien (Mitte) führt, jetzt zum letzten Mal, den Vorsitz bei der Mitgliederversammlung im Mobilmachungsstützpunkt in Düsseldorf.  Foto: Helmut Michelis

Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung von Lachen Helfen e.V. war offenkundig wieder bestens. Hier das „Beweisfoto“ mit den beiden Generalen Markus Kurzcyk und Jürgen Knappe. Foto: Brigitta Ernst 

 

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