Fünf Fragen … an den General der Infanterie

Herr General, Ihre Ausbildungseinrichtung trägt zum 24.03.2021 wieder den Traditionsnamen „Infanterieschule“, das Ihnen unterstellte Zentrum in Altenstadt kehrt zum historischen Begriff „Luftlandeschule“ zurück. Wie bewerten Sie diesen Schritt zurück in die Zukunft? 

Als General der Infanterie begrüße ich diese Entwicklung ausdrücklich. Unsere Truppengattung zeichnet sich wie kaum eine andere durch Korpsgeist, Kameradschaft und Identifikation mit dem Auftrag aus. Die Umbenennung der infanteristischen Ausbildungseinrichtungen von Ausbildungszentren und -stützpunkten hin zu Schulen ist im Kontext „Identifikation und Tradition“ zu sehen und läuft seit Anfang letzten Jahres. Wir kehren zu unseren alten Namen zurück, da diese traditionsstiftend auf die Truppe wirken.

 

Was muss jetzt daraufhin geändert werden? Der markante Schriftzug am Haupttor der Saaleck-Kaserne, das Briefpapier, die Visitenkarten, taktische Zeichen an Fahrzeugen und Wappen?

Der Schriftzug ist bereits aktualisiert, allerdings natürlich noch verhüllt. Diese Verhüllung werden wir direkt nach dem Umbenennungsappell am 24.03.2021 feierlich und unter Anwesenheit der lokalen Presse abstreifen. Intern bedeutet die Rückkehr zum Traditionsnahmen tatsächlich weitere bürokratische Akte. Dabei sind Visitenkarten, Briefpapier oder die militärischen Symbole auf den Truppenteilschildern noch der kleinere Aufwand. Formell müssen nämlich all unsere Soldaten vom „Ausbildungszentrum Infanterie“ an die „Infanterieschule“ versetzt werden, ohne dass sich physisch etwas ändert. Aber auch diesen Kraftakt werden wir stemmen. Gut ist: Unser Wappen bleibt unverändert!

 

Was ändert sich inhaltlich?

In Sachen Auftrag und Gliederung ändert sich nichts, da sich die „neue“ Struktur der Ausbildungszentren seit dem Jahr 2015 bewährt hat.

In Hammelburg laufen die Vorbereitungen für die Umbenennung zur Infanterieschule auf Hochtouren. Quelle: Bundeswehr/Benjamin Bendig

Seit grob einem Jahr hat die Pandemie auch massive Auswirkungen auf die Ausbildung in der Bundeswehr, und gerade bei Ihnen steht der Mensch besonders im Fokus. Wie hart hat das die Infanterieschule getroffen? 

Wir haben die „neue Ausbildungsnormalität“ erreicht. Unsere Lehrgänge laufen unter strengen Hygienemaßnahmen mit etwa 80 Prozent der sonst üblichen Lehrgangsteilnehmer fort. Alle Lehrgänge werden mit entsprechenden Hygienekonzepten befohlen und kontinuierlich den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst.

Wir führen insbesondere die unverzichtbare laufbahnrelevante Ausbildung fort. Die Laufbahnausbildung hat eine direkte Auswirkung für die geforderte Personalregeneration der Bundeswehr und trägt somit zum Herstellen und Halten der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte bei. Andere Ausbildungen hingegen schieben wir, wo immer möglich, auf, da diese eher einen Fortbildungs- und weniger einen Erstausbildungscharakter hat.

Besonders stolz bin ich auf unseren Inzidenzwert. Dieser beträgt seit Anfang des Jahres „null“. Hier zeigt sich: Strenge Hygienemaßnahmen zahlen sich aus!

 

Zum Schluss ein Blick in die Glaskugel:  Was ist für Sie die größte Herausforderung in den nächsten Monaten, was, so wünschen Sie sich, sollte im kommenden Jahr trotz aller Hürden erreicht sein?

Die größte Herausforderung ist es weiterhin, Corona-Ausbrüche zu verhindern, um die ungestörte Ausbildung unseres Führernachwuchses zu gewährleisten. Trotz aller Corona-Hürden übernehmen wir die Verantwortung für den „Ausbildungsstützpunkt Spezialkräfte Heer“ in Calw.

 

Zu den Fotos:

Bild 1: Brigadegeneral Michael Matz im Kreis seines Führerkorps an der künftigen Infanterieschule. Quelle: Bundeswehr/Alena Schleicher

2: Lebenslauf von General MatzVita Gen Matz

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