Vergessen und noch vergessener

Lesezeit: 4 Minuten

Es hatte schon was von ziemlich schlechtem Witz: In den Fernsehnachrichten war am Abend des 12. Novembers gänzlich „unter ferner liefen“ im allerallerletzten Teil der Sendung ein Beitrag von nicht einmal einer Minute (!) über das eigentlich doch zutiefst beeindruckende 65-jährige Bestehen unserer Bundeswehr zu sehen. Und im Mittelpunkt dieses Ultraminikurzundkleinbeitrages stand die Kritik des Bundespräsidenten, die Streitkräfte seien im Bewusstsein und im Alltag der allermeisten Deutschen fast unsichtbar geworden. Ja, das wurde damit bestätigt – auch durch die Süddeutsche Zeitung, die darüber unter den Kurzmeldungen auf Seite 7 (!) beiläufig berichtete.

Was schade ist. Denn nicht nur hätten die Soldatinnen und Soldaten deutlich mehr Anerkennung verdient und die Armee etwas weniger Spott und Stress zum Beispiel bei böse verunglückten sündteuren Rüstungsprojekten. Was, am Rande bemerkt, schon eine unheimliche Konstante seit dem Gründungsjahr 1955 darstellt. Es wäre auch schön, wenn ein wenig Aufmerksamkeit auf neueste „innenpolitische“ Entwicklungen in eben dieser Jubiläums-Truppe gelenkt werden würde. Sie versucht – hinter den Kulissen und gedeckt vom dichten Corona-Nebel – offenbar gerade mit großem Eifer, den allerletzten Zopf der leider leichtfertig begrabenen Allgemeinen Wehrpflicht abzuschneiden.

So passt es allein von der Zahl her, dass die Bundeswehr pünktlich zu ihrem 65. Geburtstag das Gefecht gegen ihre Reservisten ab dem 65. Lebensjahr eröffnet hat. Uniformen werden eingesammelt und dann aber vernichtet, was schon aus Sicht des Steuerzahlers befremdlich wirkt. Ferner dürfen die angeblich vorgestrigen Greise an Dienstlichen Veranstaltungen ab sofort nicht mehr teilnehmen, nicht einmal in ziviler Kleidung.

Dieses irritierende Anti-Jubiläumsgeschenk erhalten immerhin zehntausende Freiwillige. Sie werden aus bislang nebulösem Grund harsch verprellt: Weg mit diesen Dinosauriern überzeugter Staatsbürger mit Uniform im Schrank, die über das festgelegte Grenzalter hinaus (sind die total verrückt?) und sogar unentgeltlich (in einer Berufsarmee???) ihrer Bundeswehr tatsächlich noch weiter dienen wollen! Zumindest nicht beruhigend auszuschließen ist sogar ein Generalangriff auf den 110.000 Mitglieder umfassenden Reservistenverband, soll heißen: Weg mit der bisher bekannten Form der Reserve! Diese Idee, so eine vertrauliche Begründung, habe sich doch nicht bewährt.

Hallo? Was, so muss man sich fragen, geht denn da gerade ab? Und mit welchen fragwürdigen Methoden? Ein alter Hut aus der Politiker-Trickliste wurde mobilisiert: Man droht, knapp aber deftig am Thema vorbei, mit einem Schreckgespenst. Kostprobe gefällig? Wer will schon einen Fallschirmjäger mit Rollator auf Patrouille, einen Scharfschützen mit Parkinson oder einen halbblinden Eurofighter-Piloten? Reservisten, das sind doch meist dickbäuchige dumpfe Militaristen, deren letzte Wehrübung mindestens 30 Jahre zurückliegt, die erst wild herumballern und dann am Lagerfeuer hemmungslos saufen wollen, und die schon deswegen in einer modernen und hocheffizienten Berufsarmee für nichts mehr zu gebrauchen sind, weil sie unter die Corona-Risikogruppe fallen und vorsichtshalber weggeschlossen gehören. So etwas wollt Ihr doch nicht wirklich, oder?

Das kontrastiert allerdings aufs Krasseste mit den Ergebnissen einer Umfrage, die der Reservistenverband gerade durchgeführt hat: Es hagelte enttäuschte bis empörte Stellungnahmen unter anderem von Professoren, Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten, Firmenchefs, Computerexperten, Managern, Redakteuren und sonstigen für unsere Streitkräfte offenbar nicht relevanten Berufsbildern. Diese überzeugt-wehrhaften Demokraten wollen ihre zivilen und militärischen Erfahrungen in der Regel im Stabs- und im Sanitätsdienst weiterhin einbringen. Sie fühlen sich aber ungewöhnlich barsch abgewiesen. Keine Gesetzesgrundlage, wird betont, und überhaupt: keinerlei Bedarf an solchen tütteligen Senioren.

Zum Eigentor wurde damit die gutgemeinte Idee des Reservistenverbandes, ihre Mitglieder zu Unterstützungsleistungen im Rahmen der Pandemie aufzurufen. Mehr als 15.000 Reservisten, von denen 5500 medizinischen Berufen zugeordnet werden konnten, meldeten sich spontan freiwillig! Herangezogen wurden lediglich 550, berichtete die seriöse Quelle „Stiftung Wissenschaft und Politik“ im Juni. Mal andersrum gerechnet: mindestens 14.450 Frustrierte sind in die Schmollecke gedrängt worden. Warum auch ortskundige freiwillige Reservisten einsetzen, wenn man – wie in Euskirchen – knackige Panzerpioniere im Gesundheitsamt ans Telefon setzen kann, die aus Holzminden schlappe 283,3 Kilometer Anfahrt haben?

Die weiteren Argumente für diese forcierte Ausgrenzung der Lebenserfahrenen stehen schon kurz vor der Strafanzeige wegen Beleidigung: Reservisten könnten doch als über 65-Jährige unerlaubt in Uniform die Reichsbürger unterstützen. In Kasernen gehen und dort wie einst der Hauptmann von Köpenick ungesetzliche Befehle erteilen. Beim Schießen gar ihre eigenen Kameraden gefährden. Und, und, und … Klar, das ist wohl nach vielen Jahrzehnten treuen Dienens, zum Beispiel zuletzt als Oberstabsfeldwebel oder gar Oberst d.R. und oft inklusive mehrerer Auslandseinsätze, selbstverständlich zu befürchten. Nein, das ist nur mies.

Darüber hinaus könnte man anmerken: Hohe Dienstgrade der Reserve, denen im Ernstfall hunderte oder gar tausende Menschen anvertraut worden wären, werden als unmündig angesehen selbst zu entscheiden, wann sie einmal wieder außer Dienst eine Uniform anziehen wollen. Dabei wäre ein klein wenig Präsenz in der Fläche, siehe oben, vielleicht ganz hilfreich als Brückenbau zu der an ihrer eigenen Sicherheit recht desinteressierten Bevölkerung. Als oberster Kronzeuge mag da der Bundespräsident herangezogen werden.

Und: Wirklich kein Bedarf? Auch dem widersprechen die Umfrageergebnisse, was niemanden überraschen dürfte: Draußen wird das Rentenalter angehoben, im Fitnessstudio und beim Marathonlauf toben sich die 70- und 80-Jährigen aus, Firmen setzen verstärkt auf die Erfahrungen ihrer Älteren, überall wird – auch vor dem bekannten Hintergrund geburtenschwacher Jahrgänge – im Sicherheitsbereich und nicht zuletzt bei der Bundeswehr händeringend Personal gesucht. Außerdem sind die Planstellen, die die lebensälteren Reservisten gerade zwangsweise aufgeben müssen, teils nicht mehr besetzbar. Kein Bedarf? Das klingt wie „Ich befehle, dass die Brücke hält“ in Buster Keatons berühmtem Stummfilm „Der General“. Am Ende stürzt der Zug in die Tiefe.

Bleibt also die große Frage nach dem Warum. Was treibt da die Bundeswehrführung, hoffentlich ohne Rückendeckung der Politik in Berlin, gerade so munter? Ist sie nur ein Opfer ihres eigenen Bürokratie-Dschungels, in dem immer die Juristen das letzte Wort haben und jede Vorgabe, auch bar jeder Vernunft, sklavisch umgesetzt werden muss? Geht es, Äpfel mit Birnen vergleichend, um die befürchtete Signalwirkung auf die Bundesbeamten, die noch mit 65 Jahren in den Ruhestand treten dürfen, woran bloß nicht gesägt werden soll? Oder will sich die Berufsarmee nicht mehr von irgendwelchen Halb-Außenstehenden in die Karten schauen lassen? Hoffentlich trifft gerade das Letztere nicht zu. Denn zu beunruhigend waren die jüngsten Berichte über rechtsextremistische Auswüchse.

Allein im Reservistenverband sind aktuell grob 25.000 Mitglieder von dieser neuen Ausschlussaktion betroffen, die Dunkelziffer … nun, Sie ahnen es schon. Ein wenig Psychologie für Anfänger gefällig: Unverständnis und Zorn über diese aus der Zeit gefallene Altersdiskriminierung wird als enttäuschte Liebe zum Hass, alles spielt am Ende nur den Extremisten mit Alu-Hut in die Hände – ein Skandal, der unbedingt den Bundestag beschäftigen müsste. So könnte man naiv meinen. Nö, siehe oben. Genauso könnte ein Sack Reis in China umfallen.

Das Problem liegt leider auf der Hand: Wenn schon die deutsche Öffentlichkeit das UFO Bundeswehr insgesamt nicht sonderlich interessiert, dann gewiss nicht das spezielle Schicksal seiner Reservisten. Wie Strom stets aus der Steckdose und sauberes Trinkwasser jederzeit aus der Leitung kommt, so ist Frieden in Freiheit scheinbar auf ewig automatisch da. Und wer sich darum wann auf welche Weise kümmert, das ist doch eigentlich ziemlich schnurzpiepegal. Wir stehen vor ganz anderen Herausforderungen.

Sicher?

Zum Foto:

Dieses Bild ist der ultimative Beweis, dass man alle lebensälteren Reservisten lieber schnellstens ausplanen sollte: Der 71-jährige Kommandant dieses Kampfpanzers hatte die blaue Linie auf der Karte für eine Autobahn gehalten. Zum Glück war der Bergepanzer in der Nähe. Er fährt üblicherweise mit, um die betagte fünfköpfige Besatzung (4 + 1 Altenpflegerin) in Pausen oder am Tagesende mit dem Kran aus dem Turmluk zu hieven.  Foto: mic

9 Kommentare zu „Vergessen und noch vergessener“

  1. Sehr guter Kommentar Herr Michaelis. Ich bin Jahrgang 1955 und finde mich in Ihrem Situationsbericht total wieder.
    Ich habe bis zum Januar diesen Jahres noch meiner Reservistenpflicht im bmvg genüge getan. Durch Corona bedingt wurden mir meine 2 letzen Übungen leider abgesagt.
    Schade drum. Im Juni, 2 Monate nach meinem 65. Geburtstag, wurde ich im Rahmen einer DVAG aus dem Reservekorpus des Ministeriums verabschiedet. Dafür bin ich dankbar.
    Ich wollte mich noch weiter einbringen, aber kurz danach spielte mir meine Gesundheit einen Streich. Eine OP legt mich derzeit lahm, so dass ich bis Januar warten muss, um wieder, in der dann zivilen Allgemeinheit, mein Teil zum Allgemeinwesen beizutragen.

  2. Selbst wenn du ein gutes Produkt hast (und das haben wir im Augenblick nicht) musst du es verkaufen können. Jeder Ü65 Veteran könnte ein „Influenzer“ sein, wenn man ihn denn lässt.

  3. Jörg Christian

    Herr Michaelis,
    ich kann nur Danke sagen für diesen Bericht, es ist dem „leider“ nichts mehr hinzuzufügen.
    Seit die Wehrpflicht ausgesetzt wurde , sind wir Soldaten, aktive wie Reservisten aus dem Bewußtsein der Bevölkerung verdrängt worden. Davor hatte in fast jeder Familie ein Angehöriger seinen Wehrdienst ableisten müssen und dadurch war die Bundeswehr immer ein Thema in der Bevölkerung. Dazu kamen viele Veranstaltungen wie „Tag der offene Tür“ in etlichen Kasernen, was heute ja auf ein minimum reduziert ist. Es wurden etliche größere Manöver im Rahmen der Heimatverteidigung durchgefüht, aber das braucht man ja heute nicht mehr, wir sind ja nur noch von Freunden umgeben seit 1989. Und was ich noch anmerken muss, wenn wir früher als Kinder ein Fahrzeug der Bundeswehr gesehen haben , deutlich erkennbar an seiner olivfarbenen Lackierung, dann wussten wir ALLE, das sind UNSERE Soldaten , unsere Armee die uns beschützen werden wenn es zu einem Ernstfall kommt. Heute fährt alles mit diesen furchtbaren weißen oder blauen Kleinbussen und PKW des BW-Fuhrparks herum, lächerlich. Kein Wiedererkennungswert in der Bevölkerung. Man könnte diese Fahrzeuge doch zumindest in Tarnfarben folieren, wie bei der Polizei z.B. Was ich auch schlimm find ist, wenn ich Berichte von Manövern sehe, das die Mehrzahl unserer Soldaten mit privat beschaffter Ausrüstung unterwegs ist ( Chest-Rigs, Plattenträger, Kommandohosen, Knie-und Ellbogenschützern usw) Immer wieder fehlt zweckmäßige Ausrüstung und immer wieder kaufen sich die Soldatinnen und Soldaten Ausrüstungsgegenstände selbst, meist für mehr als 1000 Euro! Und warum frage ich mich, wer sitzt eigentlich da „oben“ und beschafft so altertümliche Sachen wie unseren „Hüftgurt Trageausrüstung“ und Magazintaschen wo man kaum das Magazin schnell rausbekommt. Noch besser unsere Handschuhe die nur im Spind rumliegen weil kaum brauchbar. Man könnte die Liste deutlich erweitern. Klar kommt jetzt wieder das Argument “ Ein Stabsdienstsoldat braucht doch keine Kampfbekleidung die nicht nur praktischer wäre, sondern ihm auch noch gefällt“, aber warum nicht für JEDEN Soldaten die Ausrüstung mit der er sich wohlfühlt, damit auch trainiert für den Fall der Fälle ?? Aber wir Reservisten sind ja eh nur Schmuck am Nachthemd für die meisten Aktiven und auch für die BwDlz.
    Wir bekommen keine Kampfstiefel von Haix oder Meindl, warum auch ? Warum nicht frage ich. Denn auch wir beorderten Reservisten müssen KLF und IGF machen, mit genau den gleichen Vorgaben wie die Aktiven, warum sollen wir in Kampfstiefel 2000 marschieren und jeder der eine Ausbildung der Ungedienten macht bekommt die neuen Stiefel ? Ich könnte ein Buch füllen mit Sachen die in unserer Armee abgehen…. und dass ist schade, denn ich habe sehr viele Aktive und Reservisten kennengelernt die sehr bemüht sind, aber denen die Hände gebunden sind. Sorry, bin vom Thema abgeschweift. Ich bin übrigens Jahrgang 61, beordert in einer RSUKp und immer wieder froh wenn ich dort mit meinen Kameraden üben darf, wir haben auch ganz hervorragende Ausbilder aus der aktiven Truppe.

  4. Hallo Herr Michelis,
    als momentan noch aktiver Reservist lkann ich ihne nur zustimmen. Es erscheint mir fast so, dass in den oberen Führungsebenen der Bundeswehr die Nase sehr hoch getragen wird. die Truppe sieht dies streckenweise anders. die wissen was sie an Reservisten haben, welche Planstellen von Soldaten bestzen, welche ins Auasland gehen. Wenn ich streckenwiese sehe, welche Figur in der Uniform eines aktiven Mitgliedes der Bw steckt, frage ich mich immer, wie da die körperliche Fitness bestanden wurde. Natürlich muss es eine Grenze für Zuziehungen geben, aber muss die für Reservisten körperlicher und altersbedingter Art sein? Eine erfahrene Person des Zivillebens kann als Rentnerin/Rentner durchaus im Büro arbeiten oder Ausbildungen durchführen. Die Wirtschaft geht mittlerweile diese Wege. Wir Reservisten wissen was wir können, die Bundeswehr wohl eher nicht.
    Ich hoffe wir überstehen gesund den coronavirus und können bald wieder auf DVAGs bzw. VVAGs aktiv werden

    1. Klaus Falkowski

      So sehe ich das auch, lieber Claus Müller. Bleibt die Frage nur nach dem WARUM? Ist es der vermeintlich vorauseilende „Gehorsam“ bzw. ein purer „Aktionismus“ der Militärischen Führung, oder mangelnder Sachverstand der politisch Verantwortlichen? Vielleicht aber auch das Ergebnis einer „gezielten Aktion“ des russischer Geheimdienstes GRU? Bei genauer Abwägung wäre mir Letzteres eigentlich lieber 😉

  5. Jürgen Wardaschka

    Schade , dass sich die Bundeswehr in Zeiten von zunehmender Personalnot durch übertriebene Juristerei und Eigensinn noch weiter schwächt .
    Es werden seit einiger Zeit zahlreiche Reservekompanien aufgestellt .
    Wo kommen die engagierten Kameraden her ? Richtig, in der Mehrheit aus den Reservistenkameradschaften im VdRBw .
    Viele dieser Kameradschaften leben substanziell von unseren älteren Mitgliedern,die immer zur Stelle sind , sei es als Funktioner beim Schulschiessen , Märschen, etc.
    Jetzt dürfen diese Kameraden, die teilweise über 40 Jahre im Verband sind, nicht mal mehr am AGSHP teilnehmen .
    Die Personen, die das zu verantworten haben, sollten das Wort Kameradschaft besser nicht mehr in den Mund nehmen .

  6. Grundproblem: Die Bundeswehr hat nicht die geringste Ahnung, was die Reservisten zivil machen und wo man sie einsetzen könnte. Systeme abgeschafft, ATNs hinfällig. Die Bundeswehr weiß nicht, dass aus den ehemaligen Gefreiten des Wehrdienstes sehr gut brauchbare Profis in verschiedensten Berufen geworden sind. Und sie hat kein System (der Verband auch nicht), welches das erfasst oder up to date hält. Geschweige, wie man dann Reservisten oder Ehemalige auf bspw. Projektbasis, RDLs, Elternvertretung oder was auch immer einsetzt.

    Daher auch die etwas planlose Hektik bei den Corona Sanis. Zum Weglachen, Zuständigkeitswirrwarr, vier Telefonnummern, 20 Mann und Meldezettel im Webzeitalter. Und dann reden wir nicht mal von komplexen Funktionen wie bei Webshops, CRM, Marktforschung oder ….

    Einfach nur eine Datenbank, wo die Fähigkeiten drin sind und die von spezialisierten S1 und S3 angesprochen werden können. Was übrigens noch eine Effizienzsteigerung wäre.

    1. „Und sie hat kein System (der Verband auch nicht), welches das erfasst oder up to date hält.“
      Und deshalb sollte sich jeder engagierte Reservist selber darum kümmern. Immer wenn ich mal zwischendurch Zeit hatte habe ich mich bei meiner „Wunsch“Einheit wie auf einen zivilen Job beworben. Hat immer geklappt. Damit ist jetzt als Ü65 Schluss und das schmerzt.

  7. Zabel Siegfried

    Hallo Helmut Michelis,
    Nachdem ich deinen Artikel „Vergessen und noch vergessener“ gelesen habe, habe ich mir ein paar Tage Zeit gelassen auf diesen Artikel zu antworten.
    Mit deinem Artikel hast Du ins Schwarze getroffen. Mit der Vollendung des 65sten Lebensjahr ist man bei der Bundeswehr -Out-. In anderen NATO-Staaten wie USA, Großbritannien oder auch Frankreich sind werden die „Alten Herren“ weiterhin geehrt und können auch bei vielen Veranstaltungen nicht nur in der Ausgehuniform auch in der Arbeitsuniform freiwillig teilnehmen.
    Mit der Unterstützungsleistung über den VdRBw (Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.) hatte ich mich auch angemeldet und bekamen eine Absage.
    In einigen Bereichen werden auch in Deutschland Ü65jährige eingesetzt, aber nicht bei der Bundeswehr, nur da wo es auf Erfahrung ankommt, über Zweitstellen.
    Ich bin und werde zum Beispiel bei Verkehrserziehungen bei Schulen mit der Polizei in NRW eingesetzt, weil ich zu meiner Wehrpflichtzeit bei der BW-Fahrschule in Delmenhorst, eigentlich nur als Büroschreiber eingesetzt war, auch die ein oder andere theoretische Unterrichtsstunde offiziell durchgeführt habe. Vielleicht liegt es aber auch daran, weil ich in den letzten rund 15 Jahren beruflich mit LKw-Kontrollen und Abfertigung zu tun hatte.
    Bezüglich Auskleidung habe ich glücklicherweise nicht gehört.
    Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht hat die Bundesregierung aus meiner Sicht einen großen Fehler getan:
    1. Herausfiltern von geeigneten Soldaten, Weiterverpflichtung als Zeit- oder Berufssoldaten;
    2. Reservekräfte bei San-, Feuerwehr- und THW-Bereich;
    3. Grunderziehung in Verantwortlichkeit und Respekt,
    wie zum Beispiel jetzt Corona-Demos (Gefahrenabwehr)
    Zur persönlicher Info:
    Ich bin Mitglied in der Kreisgruppe Niederrhein des VdRBw Jahrgang 1954 und Wehrpflichtiger mit Mobbeorderung bis 48sten Lebensjahr

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