Keine F 35 für Indonesien

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Indonesiens Pläne für den Kauf neuer (evtl. gebrauchter) Kampfflugzeuge sind schwer festzumachen. Für 1,14 Milliarden Dollar war 2018 die Rede davon, 11 Su-35 „Flanker E“-Kampfflugzeuge von Russland zu kaufen, über einen ziemlich speziellen Finanzierungsmechanismus, da dieser teilweise auf Sachleistungen beruhte, d.h. mit Rohstoffen und Agrarprodukten.

Da Jakarta mit wiederholten chinesischen Einfällen in die Nähe der Natuna-Inseln konfrontiert ist, an denen Peking angeblich Rechte hat, ist dieses Projekt kaum vorangekommen. Dafür gibt es mindestens drei mögliche Gründe: die Art der Finanzierung, eben weil Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen; Schwierigkeiten, mit Moskau eine Einigung über industrielle Kompensation zu erzielen und schließlich der amerikanische Druck im Rahmen des CAATSA (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act), der Sanktionen gegen Länder vorsieht, die versuchen, russische Militärgüter zu beschaffen.

In diesem letzten Punkt verfügt Washington über ein nicht unbedeutendes Druckmittel: die Handelsbilanz. Tatsächlich entfielen auf den amerikanischen Markt etwa 10,5% der indonesischen Exporte, die 2019 einen Gesamtwert von 168 Mrd. USD erreichten, während die Vereinigten Staaten gleichzeitig Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 7 Mrd. USD nach Indonesien exportierten. Der Verkauf von Kampfflugzeugen in Jakarta wäre also eine Möglichkeit, den Handel wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Der indonesische Verteidigungsminister Prabowo Subianto sorgtein Wien für eine Überraschung, als er fragte, ob es möglich sei, Indonesien die 15 Eurofiguren zu verkaufen, die das österreichische Verteidigungsministerium loswerden wollte. Zuvor hatte er auch angedeutet, dass Jakarta Rafale aus Frankreich erhalten könnte.

Jakarta hat das Ziel, seine Luftstreitkräfte mit F-35A-Flugzeugen auszurüsten, nicht aus den Augen verloren. Nach Angaben der indonesischen Presse hatte Minister Prabowo dies bei seiner letzten Reise nach Washington im vergangenen Oktober zu einer seiner Prioritäten gemacht. Nur er wurde abgewiesen.

Stattdessen schlug Pentagon-Chef Mark Esper seinem indonesischen Amtskollegen vor, F-16 „Viper“-Kampfbomber (die neueste Version der Lockheed-Martin F-16) oder F/A-18 Super Hornet zu beschaffen.

Gegenwärtig verfügt die indonesische Luftwaffe über etwa 30 F-16 A/B- und 23 F/A-16 C/D-Kampfflugzeuge. Diese Flugzeuge operieren neben den russischen Su-27 und Su-30 Kampfflugzeugen (insgesamt etwa 10).

Es bleibt nun abzuwarten, welche Entscheidung Jakarta nach der Weigerung der Amerikaner, ihm F-35 zu verkaufen, treffen wird.

(Beitragsbild: Lockheed Martin)

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