Digitalisierte Beförderung: Fahnenjunker per Webcam

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Schulter an Schulter, Kamerad neben Kamerad. So findet normalerweise ein klassisches Antreten für eine Beförderung statt. In Zeiten von Corona ist hier flexibles Umdenken und Handeln nötig. Das Offizieranwärter-Bataillon 2 in Hammelburg führte deshalb erstmals Beförderungen per Videokonferenz durch.

Für die zu befördernden Soldaten war es sicherlich eine große Überraschung als plötzlich der Kommandeur des Offizieranwärter-Bataillon 2, Oberstleutnant Mathias Steiger, auf ihren Bildschirmen erschien. Die sechs Offizieranwärter, welche für eine Offizierausbildung an der Königlich Niederländischen Militärakademie vorgesehen sind, sollten ihren Lehrgang zum Erlernen der niederländischen Sprache eigentlich wie gewohnt in einem Hörsaal am Standort durchführen. Durch die aktuelle Situation wurde jedoch umgeplant und der Unterricht fand im „digitalen Klassenzimmer“ am eigenen Computer zuhause statt.

Vorgesetzt nach Paragraph vier

Dennoch sollte nicht auf die persönliche Beförderung verzichtet werden, da diese für die Offizieranwärter ein Höhepunkt in ihrer Ausbildung ist. Mit der Beförderung zum Fahnenjunker nach 12 Monaten Dienst in der Bundeswehr erhalten die jungen Soldaten die erste Verantwortung eines militärischen Vorgesetzten aufgrund des Dienstgrades. Regelmäßig werden solche Beförderungen im Rahmen eines klassischen Antretens der jeweiligen Einheit durchgeführt.

Durch den zeitintensiven und eng gestrafften Lehrplan wurde mit den Lehrkräften des Bundesprachenamtes aus Hürth eine zweckmäßige Alternative gefunden. Die Soldaten erhielten die Beförderungsunterlagen in einem separat verschlossenen Umschlag zugesandt, der nur auf Befehl des Kommandeurs Offizieranwärter-Bataillon 2 zu öffnen war. Zur Überraschung der Lehrgangsteilnehmer schaltete sich der Kommandeur persönlich zur Sprachausbildung dazu via Videokonferenz, um die sechs Soldaten zu befördern.

Das Vorhaben war in doppelter Hinsicht etwas Besonderes: Letztmalig wurden Offizieranwärter im aufzulösenden Offizieranwärter-Bataillon 2 befördert, dabei erstmalig im Rahmen einer Live-Videoübertragung.

(Beitragsbilder: Bundeswehr/Marcel Coker)

 

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